Heppenheim: Zutiefst enttäuscht zeigt sich die Heppenheimer Odenwald-Quelle
von der neusten Entscheidung des Bundeskabinetts in Berlin, das auf Veranlassung
von Bundesumweltminister Trittin entschieden habe, das bislang erfolgreiche
und verbraucherfreundliche Mehrwegkasten-System für PET-Flaschen abzuschaffen.
Noch vor einem Jahr habe das Umweltministerium eine genau entgegengesetzte Politik
betrieben und damit vor allem die mittelständische Getränkeindustrie
veranlasst, im Vertauen auf die Zuverlässigkeit dieser Entscheidung, hohe
Investitionen in neue, arbeitsplatzsichernde Technik vorzunehmen. Auch die Odenwald-Quelle
habe sich auf diese Politik verlassen und am Standort in Heppenheim über
10 Millionen Euro in eine hochmoderne PET-Abfüllanlage investiert. PET
ist die Kurzbeschreibung dessen, was der Verbraucher als Plastikflasche bezeichnet.
Diese PET-Flasche im Kasten sei nicht nur bei der Odenwald-Quelle sondern bundesweit
auf große Akzeptanz des Konsumenten gestoßen; sie sei leicht und
damit umweltfreundlich und in hohem Maße hygienisch.
"Unsere PET-Flaschen stehen in einen Mehrwegkasten und so ist gesichert,
dass sie ihren Weg vom Verbraucher zurück zum abfüllenden Betrieb
finden. Hier werden sie dann nicht einfach wiederbefüllt sondern im bewährten
Kreislaufsystem von Hersteller, Handel und Verbraucher `recycelt`, das heißt
zunächst zu Granulat gemahlen, aus dem dann neue, hygienisch einwandfreie
PET-Flaschen geblasen' werden", sagte Geschäftsführer Achim
Kalweit anlässlich eines Pressegesprächs.
Bundesumweltminister Trittin habe noch vor wenigen Monaten mit seiner Politik
anerkennend unterstrichen, dass sich das umweltfreundliche mehrwegkastengestützte
PETCYCLE-System grundlegend unterscheide von sonstigen Einweglösungen.
"Unser Mehrweg-Kasten-System für PET-Flaschen", so Kalweit, "hat
sich gerade auch aus Umwelt- und Verbraucherschutzgründen bewährt";
eine Abschaffung dieses Systems, wie sie nun von Trittin völlig ohne
Not' betrieben werde, stelle einen eklatanten Vertrauensbruch dar und sei eine
schwerwiegende, unter Umständen existenzbedrohende Belastung vieler mittelständischer
Unternehmen. Wenn das PETCYCLE-Mehrweg-Kasten-System aufgrund willkürlicher
politischer Maßnahmen nicht mehr funktioniere, müssten Verbraucher
und Handel mit ineffizienten und chaotischen Zuständen am Markt rechnen.
Der Bundesrat sei nun gefordert, bei seiner bisherigen sachlich fundierten Einstellung
zu bleiben und das allseits bewährte System auch zukünftig zu schützen.
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